Bridge of Spies
Glienicker Brücke Film (13)

Foto: Glienicker Brücke Film (13); by Biberbaer (Own work)

[CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Bridge of Spies – Der Unterhändler

 

So erlebte ein echter Agent den Kalten Krieg

 

(Dieser Artikel als Audiodatei - 1,9 MB)

Am 26. November startete der Film Bridge of Spies – Der Unterhändler in den deutschen Kinos. Regisseur Steven Spielberg, Hauptdarsteller Tom Hanks und der deutsche Schauspieler Sebastian Koch stellten ihn bereits zwei Wochen zuvor in Berlin vor. Der Film basiert auf wahren Begebenheiten: Er handelt vom ersten großen Agententausch des Kalten Kriegs, Schauplatz: die Glienicker Brücke zwischen dem damaligen West-Berlin und Potsdam - die Brücke der Spione. Die 1960er und 1970er Jahre - eine explosive Zeit, in der das geteilte Berlin zum Zentrum internationaler Spionagetätigkeit avancierte. Hanks spielt in Bridge of Spies den New Yorker Anwalt James Donovan. Er soll als inoffizieller Unterhändler der USA Anfang der 60er Jahre in Ostberlin einen Agentenaustausch einfädeln. Wie ein echter Agent die Zeit erlebt hat, das fragte Pierre Pretsch für das ARD-Magazin Brisant Christopher McLarren.

Tom Hanks 2014

Foto: Tom Hanks 2014; by U.S. Department of State [Public domain], via Wikimedia Commons

McLarren war in den 70er Jahren Unteroffizier der US Army - und arbeitete in Berlin für den militärischen Geheimdienst. „Es war uns allen klar,“ erzählt er, „wir hatten eine Aufgabe hier zu erfüllen und diese Aufgabe war wichtig, schließlich war es eigentlich Verteidigung und sogar Frieden. Und uns war sehr sehr bewusst, was wir taten.“

 

„Zur Zeit wird dieser Krieg nicht mit Waffen geführt, sondern mit Informationen,“ heißt es im Film. Das bestätigt Christopher McLarren. Er arbeitete in der Abhörstation auf dem Teufelsberg für die Army Security Agency, den damaligen Nachrichtendienst der Army. „Als Soldat war ich hier als sogenannter Signals Analyst. Ich habe auf dem Teufelsberg gearbeitet, also dem „Horchposten“ der Amerikaner hier in Berlin. Da haben wir Funksignale abgehört, Abschriften davon wurden gemacht. Mein Team hat die Abschriften bekommen und wir sollten dann feststellen: Wer ist das und was machen sie.“

 

 

Teufelsberg ehem Radaranlage

Foto: Teufelsberg, ehemalige Radaranlage © by Axel Mauruszat (Own work) [Attribution], via Wikimedia Commons

Christopher McLarren ist überzeugt: die Spionage war seinerzeit eine friedenssichernde Maßnahme. Jede Information über den Gegner konnte von entscheidender Bedeutung sein - zur Verhinderung eines Krieges. „Vielleicht ist das das Geheimnis, warum es friedlich geblieben ist. Keine Missverständnisse. Und man wusste, man konnte eigentlich nichts drehen, was gefährlich sein könnte, weil die andere Seite es sofort wissen würde.“

 

Heute führt McLarren Touristen durch die Anlage auf dem Teufelsberg und schildert, wie das Agentenleben damals war. In Bridge of Spies lässt Steven Spielberg die bedrückende Atmosphäre des Kalten Krieges auf der Leinwand wieder aufleben. Entstanden ist ein historischer Agententhriller im besten Stil ganz großen Hollywoodkinos.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag von Pierre Pretsch für das Fernsehmagazin Brisant vom 19. November 2015.