Tournee Hansi Hinterseer

Die heile Welt gibt's eigentlich nicht mehr - aber sie ist heilbar

 

Hansi Hinterseer ist mit Schlager und volkstümlicher Musik auf Tournee

 

(Dieser Artikel als Audiodatei folgt)

Hansi Hinterseer ist wieder auf Tournee. 33 Konzertabende mit dem Tiroler Echo in acht Wochen bis Anfang April – das scheint dem 62-jährigen ehemaligen Spitzensportler kaum etwas auszumachen. Locker und fröhlich war Hinterseer auch noch am Tag, bevor seine Tournee losging. Stefan Bössow besuchte ihn für das ARD-Magazin „Brisant“ bei den letzten Proben. Von Nervosität war bei dem

62-jährigen Profi dabei überhaupt nichts zu spüren. Das käme vielleicht vom Sport her, meint Hinterseer:

„Vorm Start war ich [damals] schon nervös, aber sobald ich die Stecken über die Zeitnehmer gegeben hab‘, war es weg. Aber beim Singen… ich war noch nie nervös, ich hab immer Freude gehabt, dass ich das machen kann, was ich gern tue.“

Hansi Hinterseer

Foto: Hansi Hinterseer; By RobertK (Own work) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Aus Gemüse und Früchten bereitet sich Hinterseer im Mixer vor der Probe zur Stärkung einen Smoothie. Aber wer glaubt, das frühere Ski-Ass ernähre sich ausschließlich gesund, liegt falsch. Schokolade gehört für ihn genauso zum Speiseplan wie Gemüse. Und geregelte Essenszeiten gibt es auf Tournee schon mal gar nicht.

 

„Durch den Sport, den ich vorher gemacht habe - das Skifahren -, haben wir eigentlich nie diesen geregelten Ablauf gehabt. Das war Wahnsinn: Wir waren eine Woche in Japan, eine Woche in Amerika, eine Woche in Norwegen; jedesmal eine andere Küche, jedesmal ein anderes Hotel, jedesmal Zeitlag, Jetlag, was auch immer. Also, im Lauf der Zeit wird der Körper trainiert, dass er sich auf die Situation einstellt.“

2016 Hansi Hinterseer - by 2eight - DSC7558
2016 Hansi Hinterseer - by 2eight - DSC7738

Normalerweise lädt Hansi Hinterseer niemanden zu seinen Proben ein. Er möchte in Ruhe eine perfekte Show vorbereiten, allein mit seinen Musikern und Technikern - für Brisant machte er eine Ausnahme. Mit volkstümlicher Musik und Tiroler Bergkulisse will er uns ein bisschen heile Welt geben.

 

„Diese heile Welt, die gibt's eigentlich nicht mehr, leider nicht mehr. Aber es ist eine heilbare Welt. Ich meine, wenn du da aufschaust zu den Bergen und du kannst dir vorstellen auf dem Gipfel zu sein oder auf dem Berg oben zu sein und spürst auf einmal die Ruhe, das tut einfach gut!“

 

Was Hansi Hinterseer auf der Bühne ganz entspannt präsentiert, ist auch das Ergebnis eines seit rund 16 Jahren eingespielten Teams hinter den Kulissen. Auch wenn der Sänger immer wieder auf dieselben Leute setzt, hat er überall die Hand drauf, ist in der Halle ständig unterwegs und arbeitet mit Licht-, Video- und Tontechnikern zusammen. Dem Zufall überlässt er nichts.

 

„Im Endeffekt ist es meine Show, und wenn es nicht funktioniert, dann bin ich am Ende der Trottel der Mannschaft. Also ist es mir lieber, wir machen es zusammen und versuchen, wenn es irgendwo zwickt, dass wir das verbessern."

 

Trotz der ganzen Arbeit bleibt auch Zeit für ein bisschen Gaudi im Catering, wenn es auf Tournee durch Umbauarbeiten auf der Bühne mal wieder länger dauert. Beim Kartenspiel gegen seinen Manager Michael König gewinnt Hansi fast immer. Beim Brisant-Besuch gewinnt ausnahmsweise mal der Manager – eine für Hinterseer ungewohnte Situation, nach der er sich natürlich vor dem nächsten Auftritt erst wieder sammeln muss, wie er schmunzelnd behauptet: „Jetzt muss ich mich natürlich total neu sortieren vorm Auftritt, geistig bin ich jetzt total geschlagen."

Bis zum ersten Konzert am 6. Februar in Landshut und der anschließenden Show in der Nürnberger Frankenhalle am

7. Februar (Fotos: Stefan Brending) hatte sich Hansi Hinterseer jedenfalls von der Niederlage erholt. Und präsentierte, ganz Profi, seine Show locker und leicht. Denn Lampenfieber hat er ja, wie gesagt, eh nie.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag von Stefan Bössow für das Fernsehmagazin Brisant vom 6. Februar 2016.